Effizenz & Verfügbarkeit
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Prof. Dr. Joachim Hennig
manuell vs. automatisch
Dieser Artikel wurde eingestellt von: Christian HaufeErfahrungen aus zahlreichen Analysen zum Betriebsverhalten in abpackenden Betrieben (z. B. Effizienzuntersuchungen, neutrale Gutachten bei Maschinenabnahmen) zeigen, dass selbst im heutigen IT-Zeitalter immer noch große Diskrepanzen zwischen manuell und automatischen erfassten Betriebsdaten (mit Hilfe von BDE-Systemen) auftreten und demzufolge auf Basis automatisch erfasster Daten keine effektive Anlagenoptimierung ermöglicht wird. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.
Einerseits fehlen in der Lebensmittelverpackungsbranche bis dato einheitliche Leitlinien zur Datenverarbeitung und -auswertung, wodurch es zum Teil zu Mehrfachzuordnungen von Störzeiten kommt oder keine Vergleichbarkeit der Kennzahlen möglich ist, da unterschiedliche Kennwertberechnungen zum Einsatz kommen. Andererseits ist aufgrund der Heterogenität von Verpackungsanlagen noch immer eine Schnittstellenproblematik zu verzeichnen. Sowohl auf der technischen Seite, als auch inhaltlich existiert keine branchenweite Standardlösung, was bei der Anbindung an übergeordnete Systeme (MES - Manufacturing Execution Systems oder ERP - Enterprise Resource Planning) zu kostenaufwändigen Einzellösungen führt.
Gelingt es diese Schwachstellen auszumerzen, liegen die Vorteile einer automatischen Betriebsdatenerfassung (BDE) natürlich auf der Hand:
- Aufnahme größerer Datenmengen, die eine effektivere Datenauswertung ermöglichen
- Online-Zugriff auf Kennwerte, die von den einzelnen Unternehmensebenen bedarfsgerecht abgerufen werden können
- Geringerer bzw. kein personeller Aufwand
Bis zur Umsetzung dieser ehrgeizigen Ziele müssen die abpackenden Unternehmen jedoch davon ausgehen, dass ein Teil der automatisch erfassten Daten nicht der realen Datenlage entspricht, was eine Prozessoptimierung deutlich erschwert.