Effizenz & Verfügbarkeit
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Prof. Dr. Joachim Hennig
Datenerfassung
Dieser Artikel wurde eingestellt von: Christian HaufeGrundsätzlich gilt, dass die Datenerfassung lückenlos erfolgen muss und den Ablauf der Produktion nicht beeinflussen darf. Vor Erfassung der Betriebsdaten ist es erforderlich, ein eindeutiges Ausfallkennzeichen festzulegen. Die Definition des Ausfallkennzeichens ist von der zu betrachtenden Anlage abhängig. Bei Füllmaschinen hat es sich bewährt, das Dosierorgan als Bezugsbaugruppe zu betrachten. Sobald die Maschine kein Produkt dosiert, wird eine Ausfallzeit erfasst, die genau einer Ursache zugeordnet wird.
Während des Betriebs der Anlage wechseln sich die Zeiten, in denen qualitätsgerecht produziert wird, zufällig mit Verlustzeiten (Zeiten, in denen die Anlage steht, Leertakte ausführt oder Ausschuss produziert) ab. Die Störungsursachen werden entsprechend der Systemabgrenzung eindeutig mit einem Bereich (technisch, organisatorisch, Nebenzeit - siehe Abbildung 1) verknüpft. Jede Ausfallzeit hat somit eindeutig eine Ursache (Einzelfehlerprinzip). Die Zuordnung der Ursachen erfolgt in gleicher Weise auch für die Ausschussproduktion und den Leerlauf der Anlage.
Abbildung 1: Zuordnung der Zeitbegriffe nach DIN 8743
Parallel zur Zeiterfassung erfolgt die Aufzeichnung der Menge qualitätsgerecht produzierter Packungen. Die produzierte Ausschussmenge wird ursachenbezogen aufgenommen. Um Aussagen zu packmittel- bzw. packgutspezifischen Einflüssen auf das Betriebsverhalten treffen zu können, ist es erforderlich, bei jedem Wechsel des jeweiligen Einflussparameters den Zeitpunkt und die aktuelle Produkt- und Ausschussmenge aufzunehmen. Diese so genannte "phasenweise" Erfassung der Daten ermöglicht die genaue, einflussparameterabhängige Auswertung des Betriebsverhaltens (siehe Abbildung 2).
Abbildung 2: Beispielhafter Verlauf der Verfügbarkeit in Abhängigkeit vom Produkt
Zusätzlich werden die Bedingungen während der Datenerfassung festgehalten. Dazu zählen die Erfassung der Verarbeitungsgüter (Packgut, Packmittel, Packhilfsmittel), der Einstellungen der Anlage, der Beeinflussungen der Anlage durch das Bedien- und Wartungspersonal sowie der Umgebungsbedingungen. Die tatsächliche Ausbringung der Anlage wird stichprobenartig ermittelt. Eine aussagekräftige Datenbasis wird erzielt, wenn die Anlage während der Datenerfassung nur durch das eingewiesene Bedienpersonal des Anlagenbetreibers bedient wird und eventuelle Reparaturarbeiten nur durch das Wartungspersonal des Anlagenbetreibers durchgeführt werden.