Im September Newsletter des Hygienic-Processing Portals wurde eine Umfrage gestartet zum Thema „CIP-fähige Rohrleitungsverbindungen“. Das Portal bedankt sich recht herzlich bei allen Teilnehmern, die teils sehr ausführliche Berichte über ihre Erfahrungen geschrieben haben. 2/3 der Antworten kamen aus dem Bereich der Anlagen- und Komponentenlieferanten und 1/3 von der Anwenderseite (Lebensmittelproduzenten).
Interessant war, dass die Aussagen zu bestimmten Anwendungen sehr unterschiedlich ausgefallen sind, die Meinung bezüglich des Einsatzes von Verbindungen jedoch immer gleich war. Entscheidend sind die hygienischen Anforderungen an den Prozess. Werden mikrobiologisch unempfindliche Lebensmittel wie Honig, Schokolade oder trockene Pulver verarbeitet, sind die Anforderungen an die Gestaltung der Maschinen nicht vergleichbar mit denen bei der Produktion von z.B. Milchprodukten. Das bedeutet, dass eine gute Risikoanalyse durchgeführt werden muss, so dass die richtige Auswahl getroffen werden kann.
In neuen Anlagen, die auch häufig im Werk des Anlagenlieferanten zusammengebaut werden, sind heute hauptsächlich Rohrverbindungen nach DIN 11864 eingesetzt. Aber auch hier wird davon abgewichen, wenn es der Produktionsprozess nicht erfordert.
Bei der Verwendung der DIN 11864 werden keine Probleme bezüglich Montage, Dichtigkeit, Reinigung oder Wartung beschrieben. Im Vergleich dazu wird beim Einsatz der Milchrohrverschraubung DIN 11851 ein deutlich erhöhter Wartungsaufwand erforderlich. Auch treten bei den Verschraubungen immer wieder Undichtigkeiten auf, teilweise auch weil sich die Verschraubungen "von selbst", z.B. durch Vibrationen, lösen. Bei den teilweise auch eingesetzten "Standard" Clamp Verbindungen tritt zwar das Problem des Lösens nicht auf, allerdings tritt auch hier ein gewisser Verschleiß bei den Dichtungen auf. Eine weitere Möglichkeit zur Vermeidung des Lösens ist der Einsatz von Kleinflanschen, die eine Dichtheit über weite Strecken bei thermischer Behandlung erzielen.
Der Dichtring der Milchrohrverschraubung schert allerdings mit der Zeit ab, so dass sich Teile davon z.B. in CIP-Sprühbällen wiederfinden. Dies führt zu ungenügender Reinigung der Behälter etc. Eine regelmäßige Überprüfung dieser Bereiche ist durch den Anlagenführer notwendig.
Häufig wird auch in Anlagen, die für eine CIP-Reinigung ausgelegt sind, als Verbindungstyp die Milchrohrverschraubung vom Anwender verlangt, da die 3x höheren Kosten für Aseptikverschraubungen nicht akzeptiert werden. Die alleinige Betrachtung der Investitionskosten ist in diesen Fällen ausschlaggebend.
Eine weitere positive Entwicklung ist zu beobachten. Werden bei Thema Prozessanschlüsse alle Varianten mit den Vor- und Nachteilen vorgestellt und diskutiert, schwenken viele Anwender auf Schweißstutzen um. Die nichtlösbare Einbindung von Komponenten in die Rohrleitung ist häufig möglich, ohne die Wartung zu behindern. Eine Reduzierung der lösbaren Verbindungen ist aus reinigungstechnischer und hygienischer Sicht immer vorteilhaft. Eine gut ausgeführte Schweißnaht ist wesentlich besser zu reinigen als jegliche Elastomer gedichtete Verbindung. Weiterer Vorteil: Wartungsarmut und reduzierte Kosten gegenüber der Einbringung von Verbindungsbauteilen.
Als Ergebnis der Umfrage kann zusammengefasst werden: Die Milchrohrverschraubung und auch die Clamp-Verbindung wird nach wie vor sehr häufig eingesetzt. Bei hygienisch anspruchsvollen Prozessen sind die Probleme erkannt und die Verwendung von Aseptikverbindungen obligatorisch.
14. November 2007